Warum die Gefahr vor Altersarmut zunimmt

muenzenArmut ist in ihrer Gesamtheit ein Ausdruck dafür, dass der Bürger seine Bedürfnisse für Gesundheit, Lebensunterhalt und Unterkunft nicht aus eigenem Einkommen sicherstellen kann. Eigenes Einkommen ist einige Jahrzehnte lang das Arbeitseinkommen, später die Altersrente. Die Altersarmut bezieht sich auf den Lebensbereich im Alter. Damit ist, genau gesagt, die Zeit nach Eintritt des gesetzlichen Renteneintrittsalters gemeint; zukünftig also ab dem siebenundsechzigsten Lebensjahr. Der Wechsel vom Erwerbs- in das Rentenleben bedeutet den Verlust des monatlichen Nettoeinkommens um bis zu fünfzig Prozent. Wer diesen Einkommensverlust nicht durch eine zusätzliche private Altersvorsorge ausgleichen kann, der wird buchstäblich altersarm. Die Einnahmen können die notwendigen Ausgaben nicht decken, und der Staat muss dauerhaft mit Transferleistungen, in diesem Falle mit der Grundsicherung, aushelfen. Das ist volkswirtschaftlich nicht vertretbar, und für den einzelnen Bürger schlimm.

Weil in den Jahrzehnten zuvor nicht ausreichend vorgesorgt werden kann, ist die Altersrente nicht ausreichend hoch. Das Gleichgewicht zwischen der umgangssprachlichen Einzahlung in die Rente und dem späteren Rentenanspruch ist aus vielerlei Gründen aus den Fugen geraten. Eine Änderung oder Besserung ist nicht in Sicht. Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne, Minijobs oder Kurzarbeit sind die Hauptgründe dafür, dass die erworbenen Rentenansprüche sinken. Der Staat kürzt seinerseits Leistungen und erhöht Abgaben, das Netto vom Brutto wird für den Bürger kontinuierlich weniger. Das gilt auch für die Altersrente, für die Kranken- sowie für die Pflegeversicherung. Je niedriger die Altersrente für den früheren Erwerbstätigen ist, umso geringer fällt die spätere Hinterbliebenenrente aus. Die Witwen sind diejenigen, die zu einem sehr hohen Prozentsatz von einer erschreckenden Altersarmut betroffen sein werden. Ausnahmen bleiben diejenigen, die keine Grundbeihilfe benötigen, nicht umgekehrt.

Wenn in der Presse zu lesen steht, dass es uns Deutschen gut geht, dann fragen sich diese Rentnerinnen, Rentner und Hinterbliebenen, wer damit gemeint ist. Auf keinen Fall können sie es sein, deren Anteil an der bundesdeutschen Bevölkerung deutlich mehr als zwanzig Prozent beträgt.

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